Den Name Tania Blixen verbinden viele Menschen mit dem Film „Jenseits von Afrika“. Literaturkenner wissen, dass die dänische Schriftstellerin zahlreiche Novellen, Romane und vor allem Erzählungen verfasste. Eine davon ist die wundersame, winterliche, romantische und außergewöhnliche Geschichte "Babettes Fest".
Mitte des 19. Jahrhunderts lebt am Ufer eines verschneiten norwegischen Fjordes eine alternde, pietistische Glaubensgemeinschaft. In das triste Dorfleben schlägt die Ankunft einer französischen Meisterköchin, die aus Frankreich fliehen musste, ein wie ein Blitz. Das lukullische Märchen lässt die Zuhörer abtauchen in die phantastische, märchenhafte Welt der Tania Blixen. Es ist eine Parabel über die Befreiung des Menschen aus den vom Schicksal auferlegten Zwängen durch die Kunst. So wie die Meisterköchin Babette durch ihre Kunst, dem „dîner français“ die Dorfbewohner für wenige Stunden aus ihrem puristischen Dasein ausbrechen lässt, so war für Tania Blixen, die „Scheherezade des Nordens“, das Schreiben und Erzählen der einzige Weg, den alltäglichen Sorgen und Schwierigkeiten zu entfliehen.
Die Schauspielerin und Regisseurin Melanie Thiesbrummel wandert in der 90 minütigen Lesung mit den Zuhörern über schneebedeckte Fjorde, stapft durch enge, zugige Gassen eines kleinen Dorfes und riskiert einen Blick in die Geheimnisse von Babettes brodelnden und dampfenden Suppentöpfen. Ein wahrhaft köstliches Vergnügen.